Buddhismus in Stuttgart
Die buddhistischen Gruppen in Stuttgart stellen sich vor.

Buddhistischer Studienkreis Sasitacittam

Der 2553 B.E. (2010 u. Z.) in Stuttgart gegründete Buddhistische Studienkreis Sasitacittam studiert schul- und traditionsübergreifend die vom historischen Buddha Siddhattha Gotama dargelegte Lehre. Deren Studium ist von größter Wichtigkeit: als Buddha nämlich vor seinem Verscheiden nach einem Nachfolger gefragt wurde, benannte er keinen Menschen als Meister, sondern seine Regeln und Lehre (DN 16,6).

Er meinte auch: “Und auf welche Weise besitzt ein edler Schüler sieben wahre Qualitäten? … Er hat viel gelernt, erinnert sich an das Gelernte und festigt das Gelernte. Solche Lehren, die gut am Anfang, gut in der Mitte und gut am Ende sind, mit der richtigen Bedeutung und der richtigen Ausdrucksweise, die ein heiliges Leben enthüllen, das äußerst vollkommen und rein ist – viel von solchen Lehren hat er … mit dem Geist ergründet und mit seiner Ansicht durchdrungen (MN 53,11+14).”

Ferner: „Einer, der genau zuhört, hört den dhamma (die Lehre des Buddha); wenn er den dhamma gehört hat, behält er ihn im Gedächtnis; … wenn er seine Bedeutung untersucht, nimmt er jene Lehre reflektiv an; wenn er jene Lehre reflektiv angenommen hat, kommt Eifer in ihm auf; wenn Eifer in ihm aufgekommen ist, wendet er seinen Willen an; wenn er seinen Willen angewendet hat, ergründet er; wenn er ergründet hat, bemüht er sich; wenn er sich entschlossen bemüht, verwirklicht er mit dem Körper die letztendliche Wahrheit und sieht sie, indem er sie mit Weisheit durchdringt (MN 70,23).”

Dies ist ein Teil der fünf Befreiungswege, die Buddha lehrte (AN V.26): Neben der gewiesenen Lehre (1.) und der Geistessammlung (2.) sind das die Lehre, soweit sie man gehört und gelernt hat, den anderen ausführlich darzulegen (3.), sie ausführlich herzusagen (4.) oder über sie nachzusinnen und nachzudenken (5.).
Die Lehre und ihren Sinn verstehend, steigt dabei Freude in einem auf; im Erfreuten erhebt sich Verzückung; verzückten Herzens wird das Innere beruhigt; innerlich beruhigt, empfindet einer Glück; und des Glücklichen Geist sammelt sich. Das sind die fünf Befreiungswege, auf dem einem strebsam, eifrig, selbstentschlossen weilend der unbefreite Geist befreit wird, die unversiegten Triebe zur Versiegung gelangen und einem der bisher unerreichte höchste Frieden teilhaftig wird.

In diesem Sinne und mit solchem Ziele üben wir. Viele der Teilnehmer des Buddhistischen Studienkreises Sasitacittam gehören unterschiedlichen buddhistischen Richtungen an, manche legen hingegen Wert auf ihre Unabhängigkeit von Gruppierungen. Sie alle vereint das gemeinsame Interesse, buddhistische Ursprungstexte, die wir authentisch in den Nikāyas des Pālikanons finden, kennenlernen und diskutieren zu wollen. Nicht nur die Lehrreden selbst werden zu Rate gezogen, sondern zu deren Auslegung auch Kommentare und Anmerkungen buddhistischer Gelehrter. Gelegentlich vergleichen wir die Nikāyas mit Überlieferungen anderer frühbuddhistischer Quellen, etwa den Āgamas.

Wir treffen uns regelmäßig zum gemeinsamen Studium und zu damit einhergehenden kurzen Meditationen (Ort und Zeit finden Sie unten rechts in der pdf-Datei). Am Beginn unserer Treffen gibt es bei Tee und Gebäck einen gemütlichen Austausch über von den Teilnehmern erlebte buddhistische Meditationsklausuren, Vorträge oder gelesene Bücher et cetera. An unseren Studien- und Meditationstagen haben wir unabhängig von den Studientreffen auch Meditationstreffen, an denen wir gemeinsam länger meditieren sowie kontemplieren und uns über unsere Praxis austauschen. Diese Meditationstreffen sind auch offen für Meditierer, die an den Studientreffen nicht teilnehmen.

Der Name Sasitacittam des Buddhistischen Studienkreises, der sich zusammensetzt aus „sa“ (mit), „sita“ (Lächeln) und „citta“ (Geist), bedeutet Geist mit Lächeln und spricht das Lächeln des Buddha oder eines Arahats (Heiligen) an, deren damit verbundenen höchstentwickelte Geisteszustände wir für erstrebenswert erachten.

Dem Namen Sasitacittam liegt die Begrifflichkeit des hasituppāda citta zu Grunde. Damit wird nach Ñāṇatiloka (WtB) der Bewusstseinszustand gemeint, der beim Sicherinnern an gewisse merkwürdige Kontraste Lächeln veranlasst. In den Lehrreden finden sich hierzu diverse Stellen, wie z.B. in MN 81: “Und der Erhabene bog vom Wege ab, und an einer gewissen Stelle zeigte er ein Lächeln.” Siehe auch MN 83, SN 19 und SN 09.

Wir freuen uns über jeden Interessenten, der uns kennenlernen und/oder bei uns mitmachen möchte. Dazu laden wir Sie herzlich ein. Gerne geben wir auf Wunsch auch Einführungen.

Buddha sagte: ehipassiko – komm und sieh selbst!

Letzte Entwicklungen:

In 2556 B.E. (2013 u. Z.) hat sich aus unserem Studienkreis eine von ihm unabhängige Pāligruppe entwickelt, deren Teilnehmer als Gaststudenten Pāliblockseminare an der Indologie der Universität Tübingen mit den Zielen besuchen, Lehrreden und Kommentare im Original lesen zu können sowie auch dadurch zu einem tieferen Verständnis der Lehre des Buddha Lehre zu gelangen. Pāli ist die mittelindische Sprache, in der der frühste vollständige buddhistische Kanon geschrieben ist. Die Pāligruppe ist mittlerweile im achten Semester (SS 17).

Der SWR brachte zum Vesakhfest der buddhistischen Gruppen Stuttgarts in 2557 B.E. (2014 u. Z.) einen kurzen Radiobeitrag, an dem unser Studienkreis als Gesprächspartner mitwirkte.

Seit 2558 B.E. (2015 u. Z.) verweisen unser Studienkreis und das Buddhahaus Stuttgart einander auf ihre Übungen der buddhistischen Praxis.

Seit 2559 B.E. (2016 u. Z.) treffen wir uns häufiger, nämlich nicht mehr alle vier, sondern alle drei Wochen, und manchmal auch länger: an unseren Studien- und Meditationstagen.

Seit 2560 B.E. (2017 u. Z.) gibt es eine Kooperation mit dem Freien Radio Göppingen (Radio Fips), aufgrund der Sendebeiträge für die Sendereihe “Impuls” produziert werden.

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Vielen Dank an Bhikkhu Ñāṇatusita für dessen hier abgebildeten Photographien.

Kontakt:

Claus M. H. Gatto
Moselstr. 63
70376 Stuttgart

Tel.: 0711 / 79 40 916
eMail: joshua(at)poweronline.net

Ort und Zeit:

Buddhistischer Studienkreis Sasitacittam 2017 (PDF, 249 kb)